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Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Kann eine zunehmende Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit führen?

Kurs nur in Deutsch

Semesterwochenstunden:

4

Leistungspunkte:

5

Vorkenntnisse:

Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften, Supply Chain Management

Veranstaltungstyp:

Seminaristischer Unterrichtsstil mit vielen Fallstudien

Semesterturnus:

Sommersemester

Arbeitsaufwand:

150 Stunden, davon:
65 Stunden Päsenz,
85 Stunden Vor- und Nachbereiten des Lehrstoffs, insb. Vorbereitung des Referats und Erstellen der Studienarbeit

Beitrag zu den Zielen des Studiengangs:

  • Identifikation der Möglichkeiten und Grenzen einer zunehmenden Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung
  • Erlernen von informationstechnischen Lösungen zur Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz
  • Kennenlernen von innovativen Anwendungssystemen zur Unterstützung des Menschen bei der Verrichtung von Arbeit

Lernziel:

Die Studierenden können:
  • die Begriffe "Digitalisierung" und "Nachhaltigkeit" erklären,
  • eine zunehmende Digitalisierung im Kontext von Nachhaltigkeit kritisch einordnen,
  • zu den gesellschaftlichen Herausforderungen informationstechnische Lösungen benennen,
  • wichtige Anwendungsfelder für eine Digitalisierung und zur Erreichung von Nachhaltigkeit identifizieren, und
  • die Risiken durch eine zunehmende Digitalisierung erläutern.

Schlüsselqualifikationen:

  • 40% Fachkompetenz
  • 30% Methodenkompetenz
  • 30% Sozialkompetenz

Lehrinhalte:

1.    Grundlegende Begrifflichkeiten, Abgrenzung und Historie
       1.1 Begriffe von Digitalisierung
       1.2 Entwicklung von Industrie 1.0 zu Industrie 4.0
       1.3 Was ist Nachhaltigkeit?
       1.4 Zusammenhänge Ökonomie – Ökologie – Gesellschaft – Technologie
       1.5 Historie zu Nachhaltigkeit
       1.6 UN Sustainable Development Goals (SDGs) / UN-Entwicklungsziele
       1.7 Digitalisierung und Nachhaltigkeit: nachhaltig-digitale Organisationen
              und Forderungen

2.    Gesellschaftliche Herausforderungen
       2.1 Zunehmende Alterung in der Bevölkerung
       2.2 Fachkräftemangel
       2.3 Zunehmende Umweltverschmutzung, Klimawandel
       2.4 Schutz der kritischen Infrastrukturen
       2.5 Zunehmende Vernetzung: vernetzte Konsumgüter und Maschinen

3.    Lösungsansätze
       3.1 Zunehmende Automatisierung als Lösung des Altersproblems?
       3.2 Einsatz von Robotik (z. B. als Hilfe in Altenheimen oder Hotels)
       3.3 Power-to-X-Technologien: Power-to-Gas (s. Audi e-Gas-Projekt)
       3.4 Leichtbauweise durch 3D-Druck zur Einsparung von Ressourcen
       3.5 Serviceroboter in Kaufhäusern und Banken; Sprachassistenten und
              Gesichtserkennung
       3.6 Abfallmanagementsysteme
       3.7 Modularer Aufbau elektronischer Produkte (siehe Fair- und ShiftPhone)
       3.8 Substitution nicht-erneuerbarer durch erneuerbare Ressourcen
       3.9 Sharing Economy: Car-sharing etc.

4.    Ausgewählte Anwendungsfelder
       4.1 Zunehmender Einsatz von Drohnen, Sensorik, Robotik
       4.2 Smart Grid in der Energiewirtschaft: erneuerbare Energien
       4.3 Logistik und Transportsektor: eTrucks, Echtzeit-Nachverfolgung
       4.4 Industrielle Produktion: Predictive Maintenance, Smart Factory

5.    Nutzeffekte
       5.1 Erhöhung der Ressourcen- und Energieeffizienz
       5.2 Assistenzen bei extremen Arbeitsbedingungen (Monotonie, Gefahren)
       5.3 Einsparung von Arbeitskräften, Rohstoffen und Zeit

6.    Risiken durch eine zunehmende Digitalisierung
       6.1 Cyber-Kriminalität und Datensicherheit
       6.2 Schwierigkeiten bei der Normung und Rechtsrahmen
       6.3 Haftung für Fehler und Unfälle
       6.4 Zunehmende Arbeitslosigkeit unter Gering-Qualifizierten?

Literatur:

Barbian, D., Ökonomie und Sustainable Development – Entwicklung eines Ansatzes zur Umsetzung von Nachhaltigkeit, Aachen 2001.

Mertens, P., Barbian, D. und Baier, S., Digitalisierung und Industrie 4.0 – Eine Relativierung, Berlin-Heidelberg 2017 (im Druck).

Barbian, D., Industrie 4.0 in der Lagerlogistik – Überblick, aktuelle Trends und Folgen für eine nachhaltige Entwicklung, in: Glock, C. und Grosse, E. (Hrsg.), Warehousing 4.0 – Technische Lösungen und Managementkonzepte für die Lagerlogistik der Zukunft, Lauda-Königshofen 2017, S. 17-36.

Barbian, D., Our common WASTE – solutions for a sustainable society, in: Plöhn, J. und Chobanov, G. (eds.), Sustainability and Welfare Policy in European Market Economies, Frankfurt am Main 2017, S. 127-145.

Barbian, D., Umweltmanagement – wozu?, Technik in Bayern 06/2016, S. 10-11.

Barbian, D., Cyber-Physical Systems - Can They Contribute to More Sustainability? in: Herzog, M. (ed.), Economics of communication: ICT driven fairness and sustainability for local and global marketplaces, Berlin 2015, S. 29-44.

Mertens, P. und Barbian, D., Beherrschung systemischer Risiken in weltweiten Netzen, Informatik Spektrum 38 (2015) 4, S. 283-289.

Mertens, P. und Barbian, D., Die Wirtschaftsinformatik der Zukunft – auch eine Wissenschaft der Netze?, HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 300 „Paradigmenwechsel“, Band 51, Heft 6, Dezember 2014, S. 729-743.

Bemerkungen:

Neben der aufgeführten Literatur werden auch noch aktuelle Fachaufsätze zum Themenkomplex besprochen und analysiert.
Dieses Seminar unterteilt sich in einen theoretischen Teil, in dem die Grundlagen vermittelt werden, und in einen praktischen Teil, in dem die Studierenden das erlernte Wissen anwenden können.

Leistungsnachweis:

Die Seminarleistung besteht aus einem Referat (20 min., Gewichtung 50%) und einer Studienarbeit (20-30 Seiten, Gewichtung 50%).

Modulverantwortliche/r:

Dr. Barbian





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